Arbeitswissenschaft neu verortet: Integration des IAD in das Fachgebiet Fahrzeugtechnik (FZD)

16.12.2025

Zum 1. Januar 2026 wird das Institut für Arbeitswissenschaft (IAD) in das Fachgebiet Fahrzeugtechnik (FZD) des Fachbereichs Maschinenbau integriert. Alle wissenschaftlichen Mitarbeitenden des bisherigen IAD arbeiten künftig als neue Forschungsgruppe „Human Factors & Ergonomics (FZD-IAD)” innerhalb des FZD. Die Leitung der Forschungsgruppe bleibt bei apl. Prof. Dr.-Ing. Bettina Abendroth.

Lange Tradition in Darmstadt

Die Arbeitswissenschaft hat eine lange Tradition im Darmstädter Maschinenbau. Die am IAD entwickelten Forschungsschwerpunkte orientierten sich stets am Wandel der Arbeit und an der Frage, wie technische Systeme sicher, nutzbar und menschengerecht gestaltet werden können. Dieser Ansatz prägt die Arbeitswissenschaft bis heute, insbesondere im Zusammenspiel von Mensch, Technik und Organisation.

In Darmstadt ist die Arbeitswissenschaft seit vielen Jahren fachlich eng mit der Fahrzeugtechnik verzahnt. Gemeinsame Forschungsprojekte und Aktivitäten im Bereich Mensch-Fahrzeug-Interaktion haben diese Verbindung kontinuierlich gestärkt. In den vergangenen Jahren gewann die Zusammenarbeit insbesondere im Kontext assistierter und automatisierter Fahrfunktionen deutlich an Bedeutung. Unter der stellvertretenden Leitung von Abendroth wurden diese Themen konsequent weiterentwickelt und ausgebaut.


Mensch und Technik gemeinsam weiterdenken

Mit der Integration des IAD in das Fachgebiet Fahrzeugtechnik wird diese gewachsene Zusammenarbeit nun strukturell zusammengeführt. Das FZD bietet ein Umfeld, in dem technologische Forschung zu Mobilität, automatisiertem Fahren, Software-Defined Vehicles und Künstlicher Intelligenz unmittelbar mit arbeitswissenschaftlichen Fragestellungen verbunden wird. Fragen der Sicherheit, Akzeptanz, Mensch-Maschine-Interaktion und des Einsatzes von KI-Systemen lassen sich so integriert bearbeiten.

Die neue Forschungsgruppe Human Factors & Ergonomics (FZD-IAD) ergänzt das Profil des FZD. Neben klassischen Themen der Human Factors und der Ergonomie werden Fragestellungen rund um KI in Organisationen und Arbeitsprozessen adressiert. Bestehende Forschungsaktivitäten werden fortgeführt und durch neue Projekte erweitert. Auch industrienahe Themen der Arbeitsgestaltung bleiben Bestandteil der Forschung.


Weiter fester Bestandteil der Lehre

In der Lehre bleibt die Arbeitswissenschaft ebenso im Maschinenbau verankert. Mit den Veranstaltungen „Human Machine Interface Design“ und „Human Factors & Ergonomics“ ist das Fachgebiet im Bachelor- und Masterstudium präsent. Darüber hinaus fließen arbeitswissenschaftliche Perspektiven in Lehrangebote des FZD ein, unter anderem in den Bereichen Software-Defined Vehicles und Automated Driving.

Der Fachbereich Maschinenbau versteht die Integration des IAD in das FZD als einen konsequenten strukturellen Schritt. Ziel ist es, menschzentrierte Forschung im Maschinenbau langfristig abzusichern und technologische Entwicklung eng mit der Perspektive des Menschen zu verbinden.

IAD wird zu Forschungsgruppe Human Factors & Ergonomics, FZD-IAD

Gründung: 1963

Ehemalige Leitungen:
Prof. Dr.-Ing. Walter Rohmert (1963-1995)
Prof. Dr.-Ing. Kurt Landau (1995-2005)
Prof. Dr.-Ing. Ralph Bruder (2006-2021)

Aktuelle Leitung:
apl. Prof. Dr.-Ing. Bettina Abendroth (stellvertretend)

Zentrale wissenschaftliche Erfolge:
- Grundlegende Untersuchungen zur menschlichen Arbeit, in den Bereichen der körperlichen Arbeit und der Mensch-Technik-Interaktion
- Mit-Autoren des arbeitswissenschaftlichen Standardwerks „Arbeitswissenschaft“ (Springer Verlag)
- über 120 abgeschlossene Dissertationen
- über 2.500 wissenschaftliche Publikationen

Aktuelle und zukünftige Forschungsthemen:
- Mensch-Maschine-Interaktion im Kontext zunehmender Automatisierung (z.B. automatisiertes Fahren, Robotik, Medizintechnik, Software),
- Arbeitsbewertung und -gestaltung im Kontext Arbeit /Industrie 5.0 (z.B. Produktionsarbeitsplätze, Nutzerzentrierte KI)