Aus der Forschung in die industrielle Anwendung

autonomIQ automatisiert die Arbeitsvorbereitung in der Zerspanung

30.06.2026

Die Arbeitsvorbereitung ist in vielen zerspanenden Unternehmen ein zentraler Engpass. Insbesondere bei kleinen Losgrößen, hoher Variantenvielfalt und anspruchsvollen Bauteilen müssen Angebote kalkuliert, Bearbeitungsstrategien festgelegt, Werkzeuge ausgewählt und Fertigungsprogramme erstellt werden.

Die Grundlage für autonomIQ (wird in neuem Tab geöffnet)entstand am PTW im Rahmen des Verbundforschungsprojekts AICom. Ausgehend von den dort entwickelten Ansätzen zur KI-gestützten Optimierung von Fräsprozessen trieben Dr. Erkut Sarikaya und Dr. Felix Hoffmann, beide Alumni des PTW, die Überführung der Forschungsergebnisse in eine industrielle Anwendung voran. Daraus entstand autonomIQ mit dem Ziel, Unternehmen in der zerspanenden Fertigung dabei zu unterstützen, den Weg vom 3D-Modell zum fertigen Bearbeitungsplan deutlich zu verkürzen.

Mit simplymill entwickelt autonomIQ eine Software, die Bauteildaten analysiert, fertigungstechnisch interpretiert und daraus Vorschläge für die weitere Arbeitsvorbereitung ableitet. Dazu gehören unter anderem die Bewertung von Bearbeitungsmerkmalen, die Unterstützung bei der Angebots- und Arbeitsvorbereitung sowie die Vorbereitung CAM-naher Entscheidungen. Der Fokus liegt dabei nicht darauf, erfahrene Fachkräfte zu ersetzen, sondern ihr Wissen skalierbarer zu machen und wiederkehrende Planungsschritte deutlich zu beschleunigen.

Der industrielle Mehrwert liegt insbesondere in Bereichen, in denen Unternehmen regelmäßig neue oder variierende Bauteile fertigen. Dort entstehen heute hohe Aufwände, bevor überhaupt ein Maschinenprogramm vorliegt. Durch eine intelligentere und stärker automatisierte Arbeitsvorbereitung können Durchlaufzeiten reduziert, Kalkulationen schneller erstellt und vorhandene Fertigungskompetenzen effizienter genutzt werden. Gerade vor dem Hintergrund des Fachkräftemangels und steigender Anforderungen an flexible Lieferfähigkeit gewinnt diese Unterstützung weiter an Bedeutung.

Die enge Verbindung zum PTW prägt die Entwicklung von autonomIQ bis heute. Wissenschaftliche Grundlagen aus den Bereichen datenbasierte Geschäftsmodelle, Zerspanungstechnologie und Datenanalyse bilden weiterhin eine wichtige Basis für die Softwareentwicklung. Gleichzeitig fließen Anforderungen aus der industriellen Praxis kontinuierlich in die Weiterentwicklung ein. So entsteht eine Lösung, die wissenschaftlich fundiert ist und zugleich auf konkrete Herausforderungen und Bedarfe produzierender Unternehmen ausgerichtet bleibt.

Für das laufende Jahr plant autonomIQ den Marktstart seiner Softwarelösung. Damit soll die am PTW entstandene Forschung schrittweise in die Anwendung überführt und gemeinsam mit Industriepartnern weiter validiert werden. Zugleich ist autonomIQ weiterhin offen für den Austausch mit Anwendern und strategischen Partnern aus dem Bereich der Zerspanung, die die Zukunft der Arbeitsvorbereitung aktiv mitgestalten möchten.

Der Anspruch ist klar:

Arbeitsvorbereitung in der Zerspanung soll schneller, transparenter und intelligenter werden – und damit einen spürbaren Beitrag zur Wettbewerbsfähigkeit produzierender Unternehmen leisten.