Steven Peters ist neuer Studiendekan

Heute lehren, was morgen gebraucht wird

01.09.2026

Steven Peters ist neuer Studiendekan im Maschinenbau. Im Gespräch erklärt er, warum wir heute darüber nachdenken müssen, was Ingeniereur:innen Mitte der 2030er-Jahre können müssen und weshalb Maschinenbau für ihn ein Studium mit Zukunft ist. Wer heute ein Maschinenbaustudium beginnt, wird voraussichtlich Mitte der 2030er-Jahre ins Berufsleben starten. Wie wird die Arbeitswelt dann aussehen? Welche Technologien werden eine Rolle spielen? Und was müssen Ingenieur:innen können, um sie mitzugestalten? Mit diesen Fragen will sich Steven Peters in seiner neuen Rolle als Studiendekan beschäftigen. „Wir haben jetzt die Chance, den Maschinenbau neu zu erfinden“, sagt er. Die Kompetenzen vorzudenken, die Absolvent:innen in zehn Jahren brauchen werden, und sie schon heute in die Lehre zu übersetzen, sei eine große Herausforderung – „auf die ich mich freue“.

„Klein, aber fein“

Was spricht aus seiner Sicht dafür, gerade in Darmstadt Maschinenbau zu studieren? Anders als sehr große Maschinenbaufakultäten decke Darmstadt nicht jede Unterdisziplin ab. „Aber in den Themen, die wir anbieten, sind wir ganz vorne.“ Die überschaubare Größe habe noch einen anderen Vorteil: den vergleichsweise engen Kontakt zwischen Studierenden und Lehrenden. Gleichzeitig bietet das Umfeld der TU viele Möglichkeiten, eigene Ideen weiterzuentwickeln – bis hin zur Gründung eines Unternehmens. Gerade aus dem Maschinenbau sind in den vergangenen Jahren immer wieder erfolgreiche Tech-Start-ups entstanden.

Gute Lehre braucht Persönlichkeit

Wenn Peters an sein eigenes Studium zurückdenkt, fällt seine Antwort auf die Frage nach guter Lehre überraschend schnörkellos aus. Neue Formate oder besondere Experimente habe er sich damals gar nicht gewünscht. „Ich wollte eine authentische Persönlichkeit, die frontal unterrichtet und das Ganze mit Anekdoten aus dem echten Leben anreichert.“ Was ihn interessiert habe, seien Menschen gewesen, die für ihr Fach stehen, etwas davon verstehen und ihre Erfahrungen weitergeben können. Diesen persönlichen Zugang hält er auch heute für wertvoll – bei allen Veränderungen, die Studium und Lehre durchlaufen.

Nicht aus Angst entscheiden

Eine Botschaft ist Peters besonders wichtig. Junge Menschen sollten ihre Studienentscheidung nicht davon abhängig machen, welche Branche gerade als besonders sicher gilt oder welche Technologie die Schlagzeilen bestimmt. „Lasst euch von den Medien oder der Politik nicht verängstigen. Studiert, woran ihr wirklich Freude habt, folgt eurer Leidenschaft. Dann werdet ihr so gut, dass ihr einen tollen Job findet oder gründet.“ Für seine Zeit als Studiendekan ergibt sich daraus ein durchaus anspruchsvoller Auftrag: den Maschinenbau weiterzuentwickeln, ohne jedem kurzfristigen Trend hinterherzulaufen und gleichzeitig schon heute im Blick zu haben, was die Engineers der 2030er-Jahre brauchen werden.